die burg Loket

Monumente

Juwel in der Flussbiegung, die Burg Loket

die burg Loket

Die Burg wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts während der Herrschaft von König Wladislaw II. (1110–1174), auf dem felsigen Gipfel einer vollumfänglich von der Eger umflossenen Landzunge als königliche Grenzfestung gegen die Expansion der sog. Egerer Ministerialen erbaut. In urkundlichen Quellen wurde die Burg jedoch erst im Jahre 1234 erwähnt. Die Burg war von Anbeginn ein häufiger Aufenthaltsort der böhmischen Herrscher und ihrer Familien sowie ein Ort diplomatischer­Verhandlungen. Das Areal der ursprünglich zweigeschossigen romanischen Burg bestand aus einzelnen Gebäuden – aus dem prismenförmigen Turm, dem sog. Palas und der Burgrotunde. Während der Herrschaft von Přemysl Ottokar II. wurde die Burg in frühgotischem Stil umgebaut. Unter der Herrschaft der Luxemburger war die Burg mehrmals vorübergehender Wohnsitz der königlichen Familie. Die Arbeiten am gotischen Umbau wurden aller Wahrscheinlichkeit nach zum Ende der Regierungszeit Karls IV. (1316–1378) nach einem verheerenden Brand im Jahre 1352 in Angriff genommen, vor allem verliefen sie jedoch während der Regierungszeit von Wenzel IV. (1361–1419). Zu jener Zeit entstand das mächtige Gebäude des Palas, der sog. Markgrafschaft, und offensichtlich auch ein Wirtschaftsgebäude, das sog. Hauptmanns-haus. Die Burg wurde weiter befestigt, wobei die Zugänge durch Burgtore gesichert wurden. Im Jahre 1434 verpfändete Kaiser Sigismund (1368–1437) die Burg an Kaspar Schlick (1396–1449). Drei Generationen der Familie Schlick (1434–1547) waren an ihrem Umbau im Stil der Spätgotik und der Renaissance beteiligt, sodass die Burg zu einer repräsentativen Adelsresidenz und zum Verwaltungs zentrum der Region wurde. Nach der Beschlagnahmung am Weißen Berg in Prag (1620) ging die Burg in den Besitz der Stadt über, womit der Verfall ihrer ursprünglichen Bedeutung und der allmähliche Verlust der künstlerisch architektonischen Wert einsetzten, der im unsensiblen Umbau des gesamten Areals zu einem Staatsgefängnis (1797–1821) gipfelte. Im Rahmen dieses Umbaus wurde die sog. Felsenstube abgerissen, es wurden die obersten Stockwerke des Palas abgetragen und die Innenräume zu Gefängniszellen umgestaltet. Nach der Auflösung des Gefängnisses im Jahre 1948 war die Burg über Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben, mehrere Jahre war sie sogar wegen Baufälligkeit gesperrt. Seit dem Jahre 1992, als die Burg der Stadt Loket wieder übereignet wurde, verläuft schrittweise die Wiederherstellung des gesamten Areals, sodass tausende Besucher aus aller Welt ihre Schönheit und wieder verliehene Würde bewundern können.